Xhaka der Machtmensch
- 17. Juli
- 1 Min. Lesezeit

Insgesamt decken sich die Beurteilungen der einzelnen Spieler in der Presse ganz akzeptabel mit meinen Eindrücken, mit einer entscheidenden Ausnahme. Der Captain der Nati wird halt einfach systematisch überbewertet. Er hat unbestritten beachtliches Talent, aber was er daraus macht ist ein entscheidendes Problem.
Das zeigt sich unter anderem dann, wenn er einen Ball erhält und sofort bedrängt wird. Mehrmals in einem Match spielt er diesen nicht im Interesse des Teams direkt zu einem ganz oder zumindest halbwegs freistehenden Kollegen, sondern lässt sich in einen unnötigen und gefährlichen Machtkampf ein. Dabei gewinnt er vielleicht einen von fünf zu Gunsten seiner Mannschaft. Dreimal wird er gefoult und der Schiedsrichter pfeift einen Freistoss. Einmal aber verliert er einen Ball im Mittelfeld und verursacht einen gefährlichen Gegenstoss. Gegen Kolumbien versagte er genau so und hatte das Glück, dass Kobel in extremis rettete. Anders beim dritten Gegentor gegen Argentinien, das er grobfahrlässig einleitete.
Jeder andere Spieler der Nati hätte für so was eine ungenügende Note erhalten, aber bei ihm werden einmal mehr nicht etwa seine gelegentlichen, genialen Steilpässe oder Chips in den Strafraum bewundert, sondern die für einen zentralen Midfielder automatisch zahlreichen halb- oder vollautomatischen Querpässe in Abwesenheit von Gegnern, welche ich auch mit 80 noch spielen könnte. Mon dieu!


















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